Startbrief 2021

Essen, im Februar 2021

Werte Teilnehmer an der Gemüse-Selbsternte 2020 und Interessierte für 2021,

Vielen Dank für Ihr Mitwirken und für den reibungslosen Ablauf in 2020. Wieder liegt ein Jahr mit sehr speziellem Witterungsverlauf hinter uns. Für den Gemüseanbau waren die Bedingungen an unserem Standort noch erträglich, für meinen Futterbau sehr schwierig. Nach zunächst ausreichenden Winterniederschlägen erschien das Wasserversorgungsdefizit aus dem Vorjahr ausgeglichen. Zum normalen Vegetationsbeginn begann es aber wieder mit der Frühjahrstrockenheit, die mir bei uns die deutlichste Witterungsveränderung der vergangenen Dekade zu sein scheint. Das bedeutete zunächst günstige Bedingungen für zeitige Aussaat und Pflanzung im April. Da die Gemüsekulturen einen viel geringeren Blattapparat im Vergleich mit den landwirtschaftlichen Ackerkulturen oder gar Grünland oder Wald haben, verdunstet pro Flächeneinheit viel weniger über die Pflanzen. Bei angepasster, wasserschonender  Bodenbearbeitung konnten in 2020 noch durchschnittliche Erträge erzielt werden. Auf meinen Wiesen und Weiden gab es im Mai beim ersten Grasschnitt schon Ertragsdefizite und ab Ende Juni mussten die Kühe zugefüttert werden (normalerweise ab Oktober). In den Wäldern kann mittlerweile jeder aufmerksame Beobachter zahlreiche irreversible Schäden bemerken.

Die Erstkulturen in den Parzellen waren in der Regel noch ausreichend mit Wasser versorgt. Selbst länger wachsende Gemüse wie die Zwiebeln, Mangold und Kohl gerieten auch ohne Bewässerung gut. Stärker litt der Ertrag der späteren oder nachgepflanzten Kulturen. Mein vor der Parzellenfläche gepflanzter Spätkohl (Grünköhl, Palmkohl, Rosenkohl und Weißkohl) machte zwar eine längere Wachstumspause, kam aber mit den Herbstniederschlägen wieder in Schwung und zu guter Ernte. Tierische Schädlinge und Beikräuter traten trotz des fehlenden Winters nicht noch stärker als im Vorjahr auf. Dies hatte ich eigentlich befürchtet. Ich versuche eine Erklärung wieder am Beispiel der Kartoffelkäfer. Die offensichtlich sehr hohe Basispopulation konnte wegen im Vergleich zum Vorjahr etwas geringeren Temperaturen nicht so früh vermehren. Die Kartoffelpflanzen waren früh gelegt worden und für ihre Entwicklung genügten die Wärmegrade. So bekamen sie den entscheidenden Wachstumsvorsprung und hatten ausreichend Ertrag gebildet, als die Käferlarven in Scharen auftraten und Spätzünderpflanzen keine Chance ließen. Lästig war wieder der Drahtwurmbefall. Bei trockenem Unterboden sollte man zur Begrenzung bald nach der Lagerreife ernten. Der Herbst brachte erst spät einen gewissen Ausgleich an Niederschlag. Im Oktober setzte wieder Wachstum ein und ich konnte meine Kühe den gesamten November noch weiden lassen.

Nun läuft die Planung für 2021. Die Parzellen wandern 30 m gefälleaufwärts auf die letztjährige Kleegrasfläche. Der Parzellenstreifen ist durch die Verschiebung deutlich länger, so dass die Zusatzeinheit an der kleinen Eiche wegfallen wird. Falls jemand die Lage dort besonders schätzte, kann er in die Nähe. Eine Parkmöglichkeit dort wie im Vorjahr ist vorgesehen. Kürbisse, Zucchini und Gurken beabsichtige ich Ihnen als selbst gezogene Jungpflanzen zur Verfügung zu stellen, zunächst nur in vorgegebenem Umfang. Näheres entnehmen Sie bitte der Information bei Parzellenübergabe.

Weiterhin möchte ich von Ihnen pro Gießkanne oder pro Eimer Wasser einen Kostenbeitrag von 10 Cent, zahlbar in die Hofladenkasse, erheben. Vielleicht können Sie dadurch zur Berücksichtigung der Witterung und der Wetterberichte angehalten werden. Der Boden liefert problemlos pflanzenverfügbares Wasser, auch über 4 Wochen ohne Regen. Wichtig ist auch, dass Sie den Stromzaun frei halten und keine leitenden Materialien daran stellen. Er steht in der Regel nur nachts unter Strom.

Die für Neuanfänger normalerweise stattfindende Einführungsveranstaltung mit Parzellenübergabe wurde in 2020 aufgrund der Corona-Situation ausgesetzt. Ersatzweise gab es ausführliche Informationen per Email. Wegen der anhaltend unsicheren Lage werden wir wieder so verfahren.

Ab dem 15.05. können Sie ihre Parzelle übernehmen. Wie letztes Jahr werden wir den Besuch an den ersten Wochenenden entzerren. Ausführliche Informationen werden kurz vor Saisonbeginn per E-Mail mitgeteilt. Der Anbauplan wird sich gegenüber den Vorjahren nur geringfügig ändern. Er kann spätestens ab dem 15. Mai hier abgerufen werden.

Jungpflanzen werden voraussichtlich jeweils ab Donnerstag in der 21., 25., 29. und 33. Kalenderwoche am Mittelhammshof zum Kauf zur Verfügung stehen und erfahrungsgemäß eine Woche lang zu erwerben sein.

Der Preis beträgt 300,- € für eine ganze und 180,- € für eine halbe Parzelle. Bei Interesse melden sie sich bitte im Kontaktformular unverbindlich an. Wir schicken Ihnen die benötigten Informationen dann per E-Mail zu. Nachbarschaftswünsche können Sie per E-Mail oder über die Internetseite nennen.

Für Teilnehmer, denen die Wartezeit bis zum Saisonbeginn zu lange dauert und die vorher schon aktiv werden möchte, planen wir ein neues Angebot. Wir stellen Ihnen eine Auswahl an Samen zum Vorziehen bei Ihnen zuhause, Behältnisse und Anzuchterde zur Abholung ab Hof zur Verfügung. Nähere Informationen folgen spätestens Anfang April.

Mit freundlichem Gruß und auf gutes Gelingen,

Günter Maas